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...das digitale Bar-Projekt von Johann und Carsten. Alles rund um Cocktails, Drinks und gehobene Barkultur im 21. Jahrhundert.

Mittwoch, 8. März 2017

The J&C's international Ginger Beer Tasting (english Version)

Today: 
The J&C's international - Ginger Beer Tasting -




...Actually you are not allowed to call it Ginger “Beer” when it's produced in Germany while it’s not even a beer in the proper german sense, well, to make it simple it's a Lemonade. But, in fact, it is one of the very few “fillers” or “mixers” that, besides the fizz and the taste in general brings another very interesting factor into the game which is wonderful to work with especially behind the bar: Spice & Hotness!


However today we only want to focus on the pure taste of these more or less spicy ginger lemonades. We want to taste and try them to narrow down our favorite pick. A pick of Ginger Beer which we are looking forward to working with or we just want to enjoy chilled and with no extras.


This selection may lead to different results depending on personal liking considering lemonade and, when it comes to ginger, sensibility towards spice. For that reason we rated the hotness of each Ginger Beer in comparison to each other on a scale from 1-5, however that criterion will not be directly influencing the score.


Is “very hot” any good? Where does the hotness come from? Is spicy/hot/fiery actually hot?

Those were quite tricky questions, which we could only partially answer, which also is why we chose to use this rating system.

Some manufacturers tend to work with different ingredients to achieve the wanted hotness (Chili, pepper,...)

That is also why it could be that people with a higher sensibility towards hotness may experience the actually spicier Ginger Beers as more pleasant than the milder ones because different sources of spice lead to different results, for example how it develops on your tongue or if it hits you right in your face (or tongue). We tried to capture all of these factors in the tab “hotness” behind the slash ( / ).
Hence that value (measured from 1-5) will determine the drinkability for more sensitive people and – if we did well – finally the overall quality of hotness and the Ginger Beer containing it.




The table above can help you to pick the right Ginger Beer for all sorts of purposes. For cocktails or long drinks containing Ginger Beer for example you will need one with a much more present fizz, so it won't get lost in the drink, making it flat. Obviously, that is not the case if you’re drinking Ginger Beer on its own.
Thus we want to represent our favorites and let our readers see the justifiably individual interpretation of the results.

In our opinion, the Black Forest Ginger shows the most natural taste and the most elegant form of spice in this comparison although we would have wished for the spice to be more intense.

At the same time the FeverTree Ginger Beer might be the best Filler for Moscow Mule, Cocktails and Co.


We would be so glad if you think of us next time you take a sip out of one of those spicy copper mugs or just trying to get that spicy kick on the go! ;)
Until then, we hope you have fun with our informative listing!

By the way: This article will be a permanent project of J&C's, we will add another Ginger Beers to the Test as soon as we can grab one to make this comparison as complete as possible.

- Any questions? Contact us, we are happy to help!. -

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Sonntag, 5. März 2017

The Spiced Gin Mule, featuring Black Forest Ginger Intense

Heute: 
The Spiced Gin Mule, featuring Black Forest Ginger Intense

Lang ist die Geschichte zur Entstehung des Moscow Mule, weniger geht es um Packesel, mehr um Kupferbecher und Vodka. Lang ist auch die Liste an Varianten dieses Cocktails. Der Muli, immer gleich bepackt mit Ingwerbier und Limetten war schon in zig Ländern unterwegs. Besonders lieb ist mir der Jamaican Mule spiced Rum. Letztes Jahr fand ich dann eine extrem gute Alternative zur Alternative. Eigentlich war es ein Gin Mule, ich nutzte aber den Lyonel Barrel Aged Gin, er reifte kurze Zeit im Holzfass, indem sich zuvor Kräuterlikör befand. Dieser Gin hatte also einen eher unüblichen Charakter, der aber wirklich unglaublich gut im Gin Mule funktionierte, geschmacklich ginge es ohnehin eher in Richtung Jamaican Mule.

Diesen "was nun auch immer" - Mule galt es für mich, spätestens jetzt, mit dem Black Forest Ginger Beer zu perfektionieren.
Das ist auch sehr gut gelungen!

Für alle diejenigen, die - da trotz hunderte Gins immer noch eine Randerscheinung -  keinen "Aged" Gin zuhause haben, habe ich das,  "Aged" mit etwas Spiced Rum substituiert. Das kann z.B. Sailor Jerry's, Kraken Rum oder; unsere Empfehlung: Chairmans Reserve Spiced sein. Das heißt aber auch nicht, dass man im Idealfall sogar (Barrel) Aged Gin UND Spiced Rum verwenden kann, einfach mal testen und das persönliche Lieblingsrezept finden!


Zusammen mit dem erstklassigen Ginger Beer von Black Forest Ginger entsteht somit einer der meiner Meinung nach interessantesten Mule-Variationen, der "Spiced Gin Mule".
Viel Spaß beim selber Ausprobieren!

Spiced Gin Mule

- Auf Eis bauen im Kupferbecher -


5cl (Barrel Aged) Dry Gin

1cl Spiced Rum
1,5cl Limettensaft
1,5cl Simple Syrup 1:1 (Zuckersirup)



Top up mit Black Forest Ginger Intense (max. 6cl)
Leicht rühren
Mit Rührstab und Limettenstück servieren









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Mittwoch, 1. März 2017

Black Forest Ginger (Beer & Lemonade) @ J&C's

Heute: 
Black Forest Ginger Beer & Lemonade @ J&C's




Ginger Beer; der wohl einzige "Filler" oder "Mixer" der neben der Kohlensäure - dem "Fizz" und dem Geschmack noch einen weiteren wesentlich interessanten Faktor mitbringt, mit dem es sich spätestens hinter der Bar wunderbar arbeiten lässt: Schärfe!  

Besonders spannend finde ich daher alkoholfreie Drinks mit Ginger Beer, ob Virgin Variants oder "Mocktails" die es dank des Ingwers schaffen, ein ähnliches Trinkverhalten wie bei alkoholisch potenten Cocktails zu “erzwingen” und dabei auch noch super schmecken.
Langweiliges Virgin-Saft-Gepansche Adé!

Wirklich frische Säfte und frische Zutaten sind hierbei fast noch wichtiger als bei alkoholischen Drinks, immerhin kann sich ein Mocktail auf sogut wie nichts mehr als das verlassen: Frisch fruchtige, in diesem Fall auch scharfe Zutaten. Eben diese Schärfe sollte daher auf möglichst natürlichem Wege in den Drink kommen, aus dem Ingwer selbst also, diesen Anspruch übertrage ich natürlich auch auf das Ginger Beer.

Das Ingwer entwickelt sich auf der Zunge und entfaltet sich in Geschmack und Schärfe. Die wohl noch angenehmste Form von Schärfe, auch wenn man gerade von der echten Ingwer-Wirkung noch am ehesten einmal hüsteln muss.
Den am naheliegensten Vergleich sehe ich hier zu einmal tief durchatmen mit einem starken Minz-Menthol-Bonbon, brennt kurz etwas, ist aber sehr erfrischend und befreiend.
Die Herkunft der Schärfe in Ginger Beers betone ich bewusst, da diese eben leider nicht immer auf den Ingwer selbst zurückzuführen ist. “Getrickst” wird beispielsweise mit Pfeffer und Chilli...


...nicht so bei: Black Forest Ginger


“Beste Bio-Zutaten und frisches Wasser, direkt aus einer Schwarzwälder Quelle, sorgen für die gleichbleibend hohe Produktqualität aller Black-Forest-Ginger-Getränke. Künstliche Aromen gibt es bei Black Forest Ginger nicht. Den Geschmack liefern ausnahmslos die vier Komponenten Quellwasser, Bio-Ingwer, Bio-Limetten-Saft und Bio-Zucker.


Allerdings sind alle Zutaten nur so gut, wie sie letztendlich verarbeitet werden. Im Fokus der Black-Forest-Ginger-Produktion steht die schnelle und unmittelbare Weiterverwertung aller Rohstoffe vor Ort, ohne lange Lagerprozesse.


Die frischen Bio-Ingwer-Wurzeln werden mit der eigenen Ingwerpresse entsaftet, mit dem Bio-Limetten-Saft, dem Bio-Zucker und dem Quellwasser vermischt, mit feinperliger Kohlensäure versetzt und ohne Zwischenlagerung in die Flaschen abgefüllt. Dort reift unsere Ingwerlimonade wie ein guter Wein und entfaltet in ein bis zwei Monaten ihr volles Aroma.”




Bei der näheren Vorstellung des Black Forest Ginger Intense - Ginger Beers möchten wir uns ausschließlich der - wie wir finden - sehr aussagekräftigen Auswertung unseres Blind-Tastings bedienen. Wir testeten im verkleinerten Rahmen mit 3 Produkten, dem 


Black Forest Ginger - Intense,
Bundaberg,
Thomas Henry 

 und einer Ginger Lemonade (!) ebenfalls von Black Forest Ginger.



1. Black Forest Ginger - Intense

Nase, Intensität
4/5

recht Limonadig-viel Säure (Zitrone), 
Ingwergeschmack präsent, Eingangs dezenter, trockener Kick von Schärfe, 
Schärfe entwickelt sich langsam auf dem späten Gaumen bis in den Rachen

 Vermutung ~ Black Forest Ginger Lemonade

2. Bundaberg

Nase, Intensität
2/5

In der Nase recht unzugänglich,
vglw. süß, künstlich anmutendes Limettenaroma, etwas Karamell-Vanille, 
Assoziation zu künstlichem Rum Aroma, Cream-Soda, 
fast keine Schärfe, Ingwer?

 Vermutung ~ Bundaberg


3. Thomas Henry Spicy Ginger

Nase, Intensität
3/5

sofort sehr süß, präsente schaumige Kohlensäure, 
recht stumpfer, muffiger, unwohliger Ingwergeschmack  ~ feucht, vermoderter Stoff , 
deutliche Schärfe tritt auf dem Gaumen, keine Entwicklung, 
hält sich sehr lange und überpräsent im Rachen

 Vermutung ~ Thomas Henry Spicy Ginger

Rein aus Interesse und zu Vergleichszwecken haben wir hier noch die Ginger Lemonade von BFG mit in den Test aufgenommen, diese ist KEIN Ginger Beer 

4. Black Forest Ginger - Lemonade

Nase, Intensität
3,5/5

sehr Limonadig, Limette, sauer-frisch, 
hauch Karamell,Vanille, nur leichte, unaufdringliche Süße, 
markante Nuancen von Ingwer mit jedoch nur wenig schärfe, 
dezenter Abgang im Vgl mit 3.

Vermutung - Black Forest Ginger Lemonade



...Wo bleibt der Cocktail?!
Der Länge dieses Beitrags, der nun 2. zum Thema Ginger Beer zeugt davon wie wichtig mir anscheinend dieses Thema ist. Somit lasse ich diesen Beitrag, primär zum Black Forest Ginger Beer als viel zu langen Teaser auf einen Cocktail stehen, der dann im nächsten Beitrag beschrieben wird #sorrynotsorry

Bis dahin, spice it up!



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Montag, 27. Februar 2017

Das große J&C's - Ginger Beer Tasting - (International)

Heute: 
Das große J&C's - Ginger Beer Tasting -
(International)



J&C's


Ginger "Beer"; darf in Deutschland nicht so heißen, ist auch kein Bier im eigentlichen Sinne, aber einer der wenigen "Filler" oder "Mixer" der neben der Kohlensäure - dem "Fizz" und dem Geschmack noch einen weiteren wesentlich interessanten Faktor mitbringt mit dem es sich spätestens hinter der Bar wunderbar arbeiten lässt: Schärfe!
Heute möchten wir uns aber zuerst mit dem Pur-Trinken der mehr oder weniger scharfen Ingwer-Limonaden beschäftigen; möchten (aus)probieren um letztendlich eine bestimmte Auswahl treffen zu können. Eine Auswahl der Ginger Beers, mit denen wir zukünftig arbeiten möchten oder sie einfach, eben wegen ihrem Geschmack, gut gekühlt, pur & ohne weiteres genießen. 
Diese Suche kann verschiedene Ergebnisse erzielen, je nach dem persönlichen Anspruch an eine Limonade und in Sachen Ingwer vor allem auch je nach persönlichem Schärfe-Empfinden. Deswegen haben wir hier nun zwar die Schärfe auf einer Skala von 1-5 vergleichend gemessen, jedoch fließt sie nicht direkt in das Punktesystem unserer Bewertung ein.

Ist besonders scharf gut? Wo kommt die Schärfe überhaupt her? Ist Scharf gleich Scharf?
Das waren problematische Fragen, die wir auch nur teilweise beantworten konnten, auch deswegen haben wir uns für unser Bewertungssystems entschlossen.

Einige Hersteller arbeiten in Sachen Schärfe mit weiteren Zutaten abseits des Ingwers. (Chilli, Pfeffer,...) Auch deswegen können vergleichsweise schärfere Ginger Beers für Schärfe-empfindliche Menschen sogar angenehmer zu trinken sein, als weniger scharfe, weil verschiedene Schärfe-Quellen verschiedene Ergebnisse erzielen, wie sich die Schärfe beispielsweise auf der Zunge entwickelt oder ob sie einen "right in your face/your tongue" trifft. All das, also den Charakter der Schärfe haben wir versucht im Reiter Schärfe hinter dem / festzuhalten. Dieser Wert von 1-5 gibt somit auch die Trinkbarkeit für Schärfe-empfindliche Menschen wieder und - wenn wir alles richtig gemacht haben - letztendlich auch die wesentliche Qualität der Schärfe & des Ginger Beers in dem sie sich befindet.

J&C's

Aus dieser Tabelle kann nun auch für verschiedenste Zwecke das passende Ginger Beer herausgesucht werden. Für einen Cocktail oder Longdrink mit Ginger Beer benötigt man beispielsweise eine weitaus präsentere Kohlensäure, damit sie sich im Drink nicht verliert oder flau wirkt. Das ist beim Ginger Beer pur trinken logischerweise nicht der Fall.
Auch deswegen möchten wir lediglich unsere Favoriten kurz hervorstellen und den Lesern die zurecht individuelle Interpretation der Ergebnisse überlassen.
Das Black Forest Ginger bringt in diesem Vergleich unserer Meinung nach den natürlichsten Geschmack und die eleganteste Form von Schärfe mit sich, insgesamt hätten wir uns jedoch beim "Intense" noch etwas mehr Schärfe gewünscht. 
Währenddessen ist das Fever-Tree der wohl beste Filler für Moscow Mule, Cocktails und Co..

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr an uns denkt, wenn ihr das nächste mal eure Nase in einen der Kupferbecher senkt oder euch einfach so spontan den Schärfe-Kick für zwischendurch besorgt 

Bis dahin noch viel Spaß mit unserer informativen Auflistung!


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Mittwoch, 8. Februar 2017

The Tipperary #1 Cocktail, featuring The Dubliner Irish Whiskey

Heute: 
The Tipperary #1, featuring The Dubliner Irish Whiskey



Fassreifung: Kentucky Bourbon (Weißeiche)
Blend: Grain, Single Malt - Whiskies
Master Blender: John Drennan
40% Vol. Alkoholgehalt



Ich möchte mich an dieser Stelle spontan vorstellen, hab ich das eigentlich schon getan? ...vergessen.

Carsten, Jahrgang 1993, "Möchtegern-(Home)-Barkeeper", Whisk(e)yfan.

Mir fiel hierzu einfach keine bessere Einleitung ein, wirklich nicht. Meine ersten hochprozentige Erfahrungen sammelte ich mit Whisky, ich wurde Fan von Scotch, Single Malt, Candian - Rye und auch Islay, doch einen Iren hatte ich noch nie, die bekannten wie Jameson und Co. interessierten mich einfach nicht, sprachen mich nie an.

Ich bin also umso dankbarer, meinen gedanklichen, aber auch online, umfangreich geführten Referenzenkatalog in Sachen Spirituosen-Tastings nun um den ersten Iren erweitern zu dürfen. Natürlich konnte ich es auch nicht sein lassen mich damit an Cocktails zu versuchen. Erstmal wurde sich an klassischen Rezepten, die ausdrücklich nach Irish Whisk(e!)y fragen versucht.

Genau so ein Cocktail ist der Tipperary, bekannt seit 1916, in zwei Variationen seit 1930, daher, 
wir mischen heute die uimhir 1!


The Tipperary #1

1,5cl Chartreuse Verte
3cl Martini Rosso
1cl Wasser

Stir - Rühren auf Eis
Abseihen in eine Coupette
Garnieren mit Orangenzeste/getrockneter Orange & Luxardo Maraschino Kirsche


J&C's


Der Tipperary #1 erstmals erwähnt 1916 in Hugo R. Ensslin's "Recipes for Mixed Drinks", 
später in 1922 adaptiert in Harry McElhone's "ABC of Mixing Cocktails" 

und 1930 durch Harry Craddock veröffentlicht im berühmten "The Savoy Cocktail Book".




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Montag, 6. Februar 2017

J&C's Woody-tini, featuring Avos Vodka

Heute: 
Der J&C's Woody-tini, featuring Avos Vodka

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Der Martini; einer der ikonischsten Fancy Drinks, dank James Bond 007 geradezu ein trinkbares Cliché.

Während inzwischen einige "Barkeeper" (die ich nicht meine Kollegen nennen möchte) alle möglichen Drinks, die sie mehr oder weniger spontan in eine Martinischale gießen; weil das ist ja sehr stilvoll und so; einen XXX-irgendwas-Martini nennen, so möchte ich mich heute auf die Ursprünge des Martinis besinnen.

Wie man sich aber denken kann, geht es mir heute weniger um die wirklich ursprünglichste Rezeptur des Martinis, denn diese bedient sich eigentlich einem Gin und nicht wie heute: einem Vodka.

Allein der von mir sehr geschätzte Difford's Guide listet über 20 Varianten dieses hoch thronenden Drinks. Alle (hoffentlich) stark alkoholisch, denn das ist das Prinzip eines Martinis, ob eben mit Gin oder Vodka. Im extremsten Fall findet der Wermut als Teil des Martinis gerade einmal als Benetzung des Glas-inneren Verwendung, jeglicher Überschuss wird wieder ausgekippt.
Man trinkt also mehr oder weniger eine gehörige Menge Gin/Vodka pur, kalt.
Also sollte das Hochprozentige in dem gefährlich wackeligen Glas vor einem mögichst gut sein. Ist es das nicht, wird es teilweise ganz schön schwer und unangenehm einen solchen auszutrinken, selbst wenn er xxxxx-kalt ist. Es brennt, es schmeckt nach herzlich wenig und muss einfach nicht sein...meine Erfahrung.

Im Vorstellungspost beschrieb ich bereits die enorme Milde des Avos Vodkas. Ich dachte sofort an einen Martini, an einen nicht allzu experimentellen Martini, mit einem guten Wermut, ein Martini der den Titel auch Verdient, klassisch eben.
Der Avos ist in seiner Aromatik vodkaüblich sehr subtil veranlagt, man sollte ihn aber nicht übersehen. Auch hier lohnt es sich, auf vorhandenes aufzubauen. Für mich war das eine leicht hölzerne Note in der Süße des Vodkas. Eine eher frische hölzerne Note, fernab von schweren, dunklen Tönen wie man sie in altem Whisky findet.

Zwei Ansätze für einen Cocktail hatte ich dann. Die Arbeit mit einer Essenz von Süßholz oder einem Schuss Rhum Agricole. Beide bringen eine leicht, frisch pflanzliche bis hölzerne Qualität daher.
Es wurde dann, das habe ich noch nie versucht, der alkoholische Auszug von Süßholz. Schnell färbte er sich gelb, gold dann dunkelbraun. Es wurde wirklich süß und hatte diesen Hauch Holz und Lakritz, immerhin ist Süßholz ein wesentlicher Bestandteil der schwarzen Zähen Masse.

Nach ersten Feldversuchen stand dann recht schnell ein Rezept...
ich präsentiere, den "Woody-tini" mit Avos Vodka!

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J&C's Woody-tini

6cl Avos Vodka
1cl Lillet Blanc
2 Dash Süßholzinfusion @~69,99% Vol.

Auf Eis rühren
In vorgekühltem Martiniglas servieren



Der Lillet Blanc bekommt ordentlich Raum zur Entfaltung und der aromatische Übergang zum Vodka könnte kaum "fließender" sein (höhö).
Wenn das nicht DER Anfänger-Martini ist, für den Einstieg in die gehobene Barszene, ohne durch Räuspern und husten auffzuallen, dann weiß ich auch nicht. Aber auch für alt-eingesessene Barbesucher oder Home-Barkeeper ist dies noch immer ein überraschend eleganter Drink. Der Avos kann in dieser Konstellation etwas mehr von Vanille,Karamell und seiner Süße preisgeben, unterstützt von einem subtil "lakritzigen" Unterton von dem Süßholz.

Wem das dann nach ein,zwei Drinks zu langweilig wird, dem seien vor allem Experimente mit dem Vermouth der Wahl empfohlen, bis hin zum Antica Formula, diese können hier wirklich Dank der enormen alkoholischen Milde des Avos glänzen. 
Auch würde mich noch interessieren, wie mein bisher nicht weiter Verfolgter Ansatz von Rhum Agricole funktionieren würde. Also, ran da!

Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen,
Cheers!


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Samstag, 4. Februar 2017

Avos Vodka @ J&C's


Heute: 
Avos Vodka @ J&C's

" Blended with triple-filtered crystal clear water from the very North of Germany.
Produced and distilled from high quality biological German wheat. "


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Wir hatten hier nun tatsächlich schon mehrmals das Thema Vodka. 
Wir hatten uns mit der Vorstellung beschäftigt, dass Vodka viel mehr sein kann, als in seiner bekanntesten kommerziellen Form. Und diese Vorstellung wurde am Beispiel der Vestal Vodkas oder des Bénazet - Baden Baden bestätigt. 

Ob Kartoffel oder Getreide, Vodka sollte angenehm zu trinken sein und vor allem einen Eindruck hinterlassen und nicht spurlos im Rachen verschwinden.

Auch bei diesem Vodka wird sich der nächste, folgende Beitrag mit einem passenden Cocktail auseinandersetzen. Und schon jetzt erweitere ich meine Vorstellung von Vodka diesbezüglich um einen weiteren Aspekt. Weniger um Geschmack, eher um die alkoholische Beschaffenheit.

Der Avos Vodka, so wie ihr ihn euch gleich in der Verkostung anschauen könnt ist extrem mild und legt so sanft wie nichts anderes seine subtilen Noten auf den Gaumen.
Und das meine ich wirklich so, ich trank schon billige Vermouths mit 16% Vol. die alkoholisch schärfer wirkten als dieser Vodka.
Ist das nun überhaupt gut? 
Geschmacklich gesehen war ich noch nie der totalen Abwesenheit von Alkohol so nahe wie hier
...und das bei 40% Vol (!).

Auch muss man sich anstrengen, dem Vodka Zeit geben um die subtilen Nuancen, wie folgend beschrieben schmecken zu dürfen.

J&C's

Also, hat der Avos Vodka, im Hinblick auf Bars & Gastronomie, schielend auf den Endverbraucher überhaupt eine Daseinsberechtigung? Ist das nicht genau die "Plörre" die ich in früheren Beiträgen des gleichen Themas so verflucht habe?

Ja, hat er! 
Ich bin froh das der Avos existiert, er hat nun endlich ein für mich ganz persönliches Problem mit einem gewissen klassichen Cocktail behoben, genau für diesen einen Drink bringt der Vodka ein enormes Potential mit, ohne wirklich die Hauptrolle zu spielen macht er einen ganz wesentlichen Unterschied.

Dazu dann mehr im folgenden Cocktail-Beitrag!

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J&C's

Geruch/Nase:
Extrem mild, 
auch bei starkem Einatmen nicht ein Hauch von alkoholischer Schärfe,
ein Hauch Vanille, 
ein Ansatz von (getrocknetem) Getreide


Assoziationen: Milch-, Sahnedessert


Geschmack/Gaumen:
Frischer trockener Einstieg, 
mit zunehmender Mundwärme erscheint etwas mehr Süße zusammen mit Vanille, 
Getreide, 
eine unzuordbare Nuance mit Umami-Charakter

Abgang:
Vodka-üblich sehr kurz,
es bleibt eine subtile Note von angetrocknetem, geschnittenem Holz






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